Eine brandgefährliche Verbindung

Manche mögen’s heiß - doch wer mit dem Feuer spielt, kann sich verbrennen. Deshalb ist mit Sorge zu beobachten, wie Angela Merkel, die aktuell die deutsche EU-Ratspräsidentschaft führt, mit dem rechtsextremen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro und mit ihm dem südamerikanischen Staatenverbund Mercosur liebäugelt. 

Der Flirt der beiden ist ein Spiel mit dem Feuer - genauer gesagt: den Feuern. Denn in Brasilien brennt es. An vielen Orten im Amazonas-Regenwald und anderen Ökosystemen in Südamerika lodern dramatische Feuer. Und das immer häufiger und großflächiger, seit Präsident Bolsonaro an der Macht ist. Bolsonaro und seine Regierung treten Menschenrechte mit Füßen und der Umweltschutz ist ihnen mehr als egal. Ja, Bolsonaro schafft ihn sogar aktiv zugunsten wirtschaftlicher Interessen ab und ermuntert Landräuber, sich Flächen anzueignen. Leidtragende sind der Wald, wer in ihm wohnt und auch das Klima und damit wir alle - denn verlieren wir den Amazonas-Regenwald, verlieren wir auch den Kampf gegen die Klimakrise.

Spätestens da hört Merkels Flirt auf, Spiel und Spaß zu sein. Denn was hier augenzwinkernd dargestellt ist, hat eben einen ernsten Hintergrund: Mit einem politischen Brandstifter wie Bolsonaro sollten Merkel und die EU keine Verbindung eingehen. Auch wenn Merkel gegenüber Fridays for Future erhebliche Zweifel gegenüber dem Handelsdeal geäußert hat, möchte Merkel ihn abschließen. Denn ein Handelsabkommen der EU mit den vier Mercosur-Staaten - neben Brasilien sind das Argentinien, Paraguay und Uruguay - ist geplant, das in allen beteiligten Ländern die Wirtschaft fördern soll.

 

Ziel ist, auf beiden Seiten des Atlantiks den Export zu steigern, in Europa beispielsweise von Pestiziden und Autos, in Südamerika von Rind- und Hühnerfleisch sowie Zuckerrohr. Ein verstärkter Handel mit diesen Produkten schadet der Umwelt und verschärft die Klimakrise. Aber positive Effekte auf die südamerikanischen Märkte werden eher gering sein, hauptsächlich profitieren jene europäische Sektoren, die nicht für Umwelt- und Klimaschutz bekannt sind. Das ist keine Verbindung auf Augenhöhe, sondern aus dem vergangenen Jahrhundert. 

 

 

Hier lesen Sie alles über das EU-Mercosur-Abkommen

 

 

Wo Geld wichtiger ist als gemeinsame Werte, wichtiger also als Menschenrechte und der Umweltschutz, kann keine fruchtbare Verbindung entstehen. Zweckehen statt Wertegemeinschaften waren noch nie eine gute Idee.

 

Greenpeace fordert daher, die Ratifizierung des hinter verschlossenen Türen ausgehandelten Abkommens zu stoppen und stattdessen zu einer wahrhaft wertebasierten Handelspolitik überzugehen, die Menschen und die Umwelt achtet. Mehr Kooperation mit Südamerika ist wichtig, doch sie muss klar zukunftsgerichtete Ziele verfolgen: für die Bekämpfung von Hunger und Armut, für Klimaschutz, für die Durchsetzung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Menschenrechte. 

 

Wenn Sie dabei helfen möchten, unterschreiben Sie hier unsere Petition - damit Merkel ihre eigenen Zweifel erstnimmt und ihre Handelspolitik endlich auf Werten basiert! 

 

Jetzt mitmachen!

Das EU-Mercosur-Abkommen zwischen der Europäischen Union und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay steht kurz vor dem Abschluss. Es sieht vor, die Zölle auf Agrarprodukte wie Rind- und Geflügelfleisch, Zucker sowie Bioethanol zu senken. Produkte, für die in Südamerika großflächig Wälder abgeholzt werden. Wer umweltfreundlich wirtschaftet, hat das Nachsehen. Gerade in Zeiten verheerender Großfeuer im Amazonas-Regenwald ist dies brandgefährlich. Greenpeace setzt sich daher dafür ein, dass das Abkommen nicht ratifiziert wird. Bitte helfen Sie mit!

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Mit Angabe meiner Telefon-/Mobilnummer erlaube ich Greenpeace e.V. mich ggf. anzurufen, um mich über den Verlauf dieser Kampagne, über die Arbeit von Greenpeace und Formen der Unterstützung zu informieren. Diese Einwilligung kann ich jederzeit formlos widerrufen.
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Das EU-Mercosur-Abkommen zwischen der Europäischen Union und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay steht kurz vor dem Abschluss. Es sieht vor, die Zölle auf Agrarprodukte wie Rind- und Geflügelfleisch, Zucker sowie Bioethanol zu senken. Produkte, für die in Südamerika großflächig Wälder abgeholzt werden. Wer umweltfreundlich wirtschaftet, hat das Nachsehen. Gerade in Zeiten verheerender Großfeuer im Amazonas-Regenwald ist dies brandgefährlich. Greenpeace setzt sich daher dafür ein, dass das Abkommen nicht ratifiziert wird. Bitte helfen Sie mit!

Mit meiner Unterschrift fordere ich:

  • Kein Handel auf Kosten des Amazonas! Die Bundesregierung darf das EU-Mercosur-Abkommen nicht ratifizieren.
  • Den Schutz der verbliebenen Urwälder, insbesondere des Amazonas-Regenwaldes.
  • Eine ökologisch und sozial verträgliche Landwirtschaft, die Lebensmittel umwelt- schonend und tiergerecht herstellt.

Nach 20 Jahren Verhandlung hat sich die EU auf ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten geeinigt. Zum Mercosur (kurz für „Mercado Común del Sur“, Gemeinsamer Südamerikanischer Markt) gehören derzeit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Der Handelspakt soll u.a. Agrarprodukte aus Südamerika den Zugang zum europäischen Markt erleichtern. Im Gegenzug werden Zölle auf Autos, Maschinen und Chemikalien aus der EU gesenkt. Die Bundesregierung will das Abkommen schnellstmöglich ratifizieren. Dabei ist der Vertrag ein Desaster für Umwelt, Klimaschutz und Menschenrechte:

1. Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes
Mit dem EU-Mercosur-Abkommen sinken die Zölle auf südamerikanische Agrargüter. Der Export von Rind- und Geflügel- fleisch, Zucker, Bioethanol und anderen Produkten wird sich deutlich erhöhen. Mit katastrophalen Folgen für den Amazonas-Regenwald, den Cerrado und die Trockenwälder des Chaco. Schon jetzt werden in Südamerika riesige Waldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für Weide- und Ackerland zu schaffen. Das Abkommen dürfte die Waldvernichtung dramatisch verschlimmern.

2. Handel auf Kosten des Klimas
Durch das EU-Mercosur-Abkommen würden der Transport von Gütern und die damit verbundenen klimaschädlichen Emissionen drastisch steigen. Gleichzeitig beschleunigt sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes, den wir als CO2- Speicher dringend brauchen. Die Begrenzung der Erderhit- zung auf die im Pariser Klimavertrag angestrebte 1,5-Grad- Grenze wäre so kaum mehr zu schaffen.

3. Autos für Kühe
Neben der südamerikanischen Agrarindustrie profitiert auch die europäische Autoindustrie von sinkenden Zöllen. Damit begünstigt der Handelspakt ausgerechnet jene Branchen, die zu den größten Treibern der Klimakrise gehören. Dabei ist der Handel vielfach überflüssig: Die europäische Landwirtschaft produziert ausreichend Fleisch – so viel, dass sie sogar große Mengen Rindfleisch in Nicht-EU-Länder exportiert.

4. Pestizide und Gentechnik statt Agrarwende
Das Abkommen zementiert ein Landwirtschaftsmodell, das auf Monokulturen, Gentechnik, Antibiotika, Wachstumshormone und Unmengen von Pestiziden setzt. Profitieren werden dabei neben der Agrarwirtschaft Pestizidhersteller wie BASF und Bayer, die mehrere Hunderttausend Tonnen Ackergifte in Südamerika verkaufen – darunter viele Pestizide, die in der EU verboten sind. Das Nachsehen hätten ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe in Europa, die mit der Konkurrenz aus Südamerika nicht mithalten können.

5. Menschenrechte auf dem Abstellgleis
Der Handelsvertrag stärkt die Zusammenarbeit der EU mit Brasilien. Dabei missachtet Präsident Bolsonaro die Rechte Indigener, hetzt gegen Oppositionelle ebenso wie Umweltschützer und feuert die Landräuber noch an. Dass die EU unter diesen Voraussetzungen Geschäfte mit der Bolsonaro-Regierung macht, ist nicht hinnehmbar. Hinzu kommt: Die zunehmenden Abholzungen und Brände im Amazonas-Regenwald zerstören den Lebensraum vieler indigener Gemeinschaften weiter. Im Handelsvertrag gibt es keine bindenden und sanktionsbewehrten Vereinbarungen für den Schutz der Indigenen.

Greenpeace kämpft gegen die Ratifizierung des EU-Mercosur-Abkommens und setzt sich für ein Ende der Amazonas-Zerstörung ein. Werden Sie Teil unserer Bewegung und machen Sie sich für einen fairen Handel stark, der Klima, Artenvielfalt und Menschenrechte schützt. Jede Stimme zählt. Machen Sie mit – jetzt!

 

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