Kein Essen in Trog und Tank

Globale Hunger- und Klimakrise bekämpfen!

Wertvolle Lebensmittelpflanzen wie Getreide und Ölsaaten werden in Deutschland in großen Mengen zu Biokraftstoff verarbeitet und an Schweine, Rinder und Geflügel verfüttert. Das macht unser Essen teurer und trägt dazu bei, dass in vielen Ländern immer mehr Menschen hungern. Angesichts von Kriegen und der zunehmenden Klimakrise können wir das nicht zulassen.

Die Bundesregierung muss jetzt dafür sorgen, dass Essen nicht länger in Tank oder Trog landet, um verheizt zu werden oder um Fleisch, Milch und Eier aus Intensivhaltung zu erzeugen. Lebensmittel werden dringend gebraucht, damit die Nahrungsversorgung für Millionen Menschen sicher und bezahlbar ist.

Darum fordert Greenpeace gemeinsam mit Misereor von der Bundesregierung:

  • Die Bekämpfung der globalen Hungerkrise durch die Koordination des internationalen Handels mit Getreide im Welternährungsrat.
  • Die Beimischung von Biokraftstoffen zu Benzin und Diesel muss umgehend beendet werden.
  • Abbau der Tierzahlen in der deutschen Landwirtschaft, um den Bedarf an Futtergetreide zu senken.

Greenpeace setzt sich zusammen mit Misereor dafür ein, dass eine Verschärfung der Hungerkrise abgewandt wird. Bitte helfen Sie mit und unterzeichnen Sie jetzt!

 

 

Eine gemeinsame Petition von

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Weltweit steigen die Preise für Essen und in vielen Ländern hungern immer mehr Menschen. Das muss ein Ende haben! Wir fordern von der Bundesregierung, dass Lebensmittelpflanzen nicht länger zu Biokraftstoff verarbeitet und an Tiere verfüttert werden.

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An Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD),

Wir sind tief erschüttert über den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit vielen Toten und Verletzten, den Russland in der Ukraine führt. 

Unsere Solidarität gilt den Menschen in der Ukraine, die schreckliche Angst um ihr Leben und die Zukunft ihres Landes ausstehen. Gleichzeitig machen wir uns große Sorgen um die Auswirkungen des Krieges für die internationalen Ernährungssysteme und Millionen Menschen, deren Recht auf Nahrung verletzt oder gefährdet wird.

Die Ukraine ist in den vergangenen Jahren ein zentraler Produzent für Weizen, Mais und Ölsaaten gewesen und hat zahlreiche bevölkerungsreiche Länder in Nordafrika und im Nahen Osten mit Lebensmitteln versorgt. Diese Exporte drohen in diesem Jahr durch den Krieg vollständig auszubleiben. Hindernisse im Export von Lebensmitteln, Dünger und Energieträgern aus Russland und Belarus erschweren die Lage.

Während die Hungerkrise sich weltweit verschärft, landen wertvolles Rapsöl und andere pflanzliche Öle sowie Getreide weiter in Kraftstoffen. Millionen Tonnen an essbarem Weizen werden in der Intensivtierhaltung an Schweine und Geflügel verfüttert. Dass in den reichen Ländern wertvolle Lebensmittel in Tank und Trog landen, während Millionen Menschen im globalen Süden vom Hunger bedroht sind, ist nicht akzeptabel. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf jetzt zu handeln!

Mit meiner Unterschrift fordere ich Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und  Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD)  auf, umgehend wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen:

  • Um die Lebensmittelpreise für Grundnahrungsmittel zu senken und die weltweite Verfügbarkeit sicherzustellen, dürfen Getreide und Ölsaaten nicht länger als Energieträger verheizt werden. Die Bundesregierung sollte die Beimischung von Biokraftstoffen zu Benzin und Diesel umgehend beenden und dazu das Bundesimmissionsschutzgesetz entsprechend ändern.
  • Der Einsatz von Brotgetreide und Mais als Futtermittel zur Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern in der EU muss mit geeigneten Mitteln deutlich reduziert werden. Dazu gehört vor allem ein Abbau der Tierzahlen in der deutschen und europäischen Landwirtschaft mit gleichzeitigen Anreizen zur Senkung des Konsums, um den Bedarf an Futtergetreide zu senken.
  • Deutschland setzt sich mit den G7 für eine internationale Koordination zur Bekämpfung der verschärften Hungerkrise ein, optimalerweise im Welternährungsrat sicherstellen
  • Die globale Abhängigkeit von Lebensmittel-, Dünger- und Energieimporten muss langfristig sinken. Der im Koalitionsvertrag vereinbarte Ausbau der Agrarökologie und des ökologischen Landbaus leistet dazu einen wichtigen Beitrag und sollte deutlich stärker vorangetrieben werden.
  • Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass Wege für den internationalen Handel mit Lebensmitteln trotz Sanktionen offen gehalten werden.

Lebensmittel nicht verheizen

Wenn Ethanol und Biodiesel aus Lebens- und Futtermitteln nicht länger fossilen Brennstoffen beigemischt werden, stehen allein aus der Produktion für den Verbrauch in Deutschland rund 2 Mio. Tonnen Getreide und 1 Mio Tonnen Rapsöl aus dem Anbau im Inland sowie große Importmengen von Raps-, Soja-, Palm- und Sonnenblumenöl zur Sicherung der Lebensmittelversorgung zur Verfügung. Weltweit wachsen auf 1,2 Millionen Hektar Fläche Getreide und Ölpflanzen, die in den deutschen Tanks landen - das ist mehr als die Ackerfläche Nordrhein-Westfalens.

Mit der Expansion der Anbauflächen für Biosprit werden direkt oder indirekt wertvolle Naturräume zerstört, weil landwirtschaftlich genutzte Flächen ausgedehnt und dafür etwa Urwälder gerodet werden. Daher tragen Biokraftstoffe nicht dazu bei, die Erderhitzung zu bremsen, sondern verschärfen die Klimakrise noch, weil die indirekten Emissionen durch Landnutzungsänderungen mitberücksichtigt werden müssen. Das ist bereits seit vielen Jahren bekannt!

Kein Weizen in den Futtertrog

Der Einsatz von Brotweizen und Mais als Futtermittel zur Erzeugung von Fleisch- und Milchprodukten für die reichen Länder darf vor dem Hintergrund der globalen Hungerkrise nicht länger hingenommen werden. In Deutschland landet rund 60 Prozent der Getreideernte im Futtertrog, darunter rund 7,4 Millionen Tonnen in Deutschland Weizen jährlich, die so für die menschliche Ernährung nicht zur Verfügung stehen. Denn: Der überwiegende Teil der Weizenernte ist für den menschlichen Verzehr geeignet. Der Umbau der Tierhaltung und ein deutlicher Abbau der Tierzahlen in Deutschland ebenso wie EU mit gleichzeitigen Anreizen, weniger Fleisch zu konsumieren, muss jetzt beschleunigt werden.

Ein klares Signal gegen steigende Preise

Die hohe Nachfrage nach Weizen, vor allem von Schweine- und Geflügelhaltern, führt zu enormen Preissteigerungen auf dem Weltmarkt. Der Weizenpreis hat sich zwischen Anfang 2021 und April 2022 verdoppelt. Lebensmittel sind für Millionen Menschen bereits jetzt unbezahlbar; sie werden noch teurer, wenn sich das Angebot an Weizen in den kommenden Monaten weiter verknappt. Schon heute sind die Preise für das Brotgetreide so hoch, dass Hilfsorganisationen Probleme haben, ausreichend Weizen für die Hungerhilfe zu kaufen.

Durch eine deutliche Senkung der Nachfrage von Weizen als Tierfutter kann der anhaltende Preisdruck auf dem Weltmarkt gemindert werden. Mit einem Stopp der Beimischung von Biosprit könnten schnell Getreide und Pflanzenöl zur Versorgung bereitgestellt werden. Deutschland würde mit einem Ausstieg aus der Biospritherstellung ein wichtiges Zeichen setzen, dem weitere Länder folgen könnten. Das wäre ein klares Signal an die überhitzten Märkte, das dazu beitragen würde, der Spekulation auf Kosten der Hungernden die Grundlage zu entziehen.

 

 

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